Die kurze Antwort: Bei Medikamenten in der Schwangerschaft ist Paracetamol das Schmerzmittel der ersten Wahl. Ibuprofen und andere NSAR werden nur empfohlen, wenn deine Ärztin oder dein Arzt dazu rät, und ab SSW 20 solltest du sie meiden. Antazida, Loratadin, Cetirizin und die meisten Abführmittel gelten in der Regel als unbedenklich. Abschwellende Mittel meidest du. Setz ein Medikament gegen eine chronische Erkrankung nie ab, ohne vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu sprechen.
Ist das in der Schwangerschaft erlaubt? Die Medikamenten-Tabelle
Tipp ein Medikament ein, um es zu finden. Die Tabelle nennt keine Dosierungen: Die klärst du in der Apotheke, wo man dir auch sagen kann, ob ein Markenpräparat etwas von der „Meiden“-Liste enthält.
| Medikament | Einstufung | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Schmerzen und Fieber | ||
| Paracetamol | Meist okay | Erste Wahl bei Schmerzen und Fieber in der Schwangerschaft. Nimm die niedrigste wirksame Dosis für die kürzeste Zeit; unbehandeltes hohes Fieber birgt eigene Risiken. |
| Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac (NSAR) | Vor SSW 20 Vorher fragen Ab SSW 20 Meiden | Nicht empfohlen, außer deine Ärztin oder dein Arzt rät dazu. Ab SSW 20 können sie das Fruchtwasser verringern und ein Blutgefäß am Herzen des Babys verengen. |
| ASS (Acetylsalicylsäure, Aspirin) gegen Schmerzen | Vor SSW 20 Vorher fragen Ab SSW 20 Meiden | Als Schmerzmittel nicht empfohlen, außer es wurde verordnet, besonders ab SSW 20, aus denselben Gründen wie Ibuprofen. Nimm stattdessen Paracetamol. |
| Niedrig dosiertes ASS | Nur ärztlich | Wird ab SSW 12 verordnet, um bei erhöhtem Risiko die Gefahr einer Präeklampsie zu senken. Nimm es nur, wenn deine Ärztin, dein Arzt oder deine Hebamme es empfohlen hat. |
| Codein | Nur ärztlich | Nur auf ärztlichen Rat und für kurze Zeit. Kurz vor der Geburt genommen, kann es beim Neugeborenen Atemprobleme und Entzugserscheinungen auslösen. |
| Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden | ||
| Antazida und Alginate (z. B. Gaviscon) | Meist okay | Meist das Erste, was man bei Sodbrennen versucht. Halte 2 Stunden Abstand zu Eisen- oder Folsäuretabletten. |
| Omeprazol | Vorher fragen | Keine guten Belege für einen Schaden; kommt zum Einsatz, wenn Antazida nicht reichen. Frag vorher in der Apotheke oder bei deiner Ärztin oder deinem Arzt. |
| Famotidin | Vorher fragen | Keine klaren Risiken gefunden, auch wenn Ärztinnen und Ärzte meist zuerst Omeprazol versuchen. |
| Allergien und Heuschnupfen | ||
| Loratadin, Cetirizin | Meist okay | Keine Belege für einen Schaden; in der Schwangerschaft häufig bei Heuschnupfen und Allergien eingesetzt. |
| Chlorphenamin | Meist okay | Keine Belege für einen Schaden. Es kann müde machen. |
| Husten und Erkältung | ||
| Abschwellende Mittel (Pseudoephedrin, Phenylephrin, abschwellende Nasensprays) | Meiden | Meiden. Prüf auch Erkältungs- und Grippemittel: Viele Kombipräparate enthalten einen abschwellenden Wirkstoff. |
| Schwangerschaftsübelkeit | ||
| Cyclizin, Promethazin, Doxylamin mit Pyridoxin (Xonvea) | Nur ärztlich | Mittel der ersten Wahl bei Schwangerschaftsübelkeit, die den Alltag beeinträchtigt, ärztlich verordnet. |
| Ondansetron | Nur ärztlich | Eine Option der zweiten Wahl. In den ersten 12 Wochen ist das Risiko einer Lippen- oder Gaumenspalte sehr leicht erhöht, um etwa 3 Babys mehr auf 10.000; das wägt deine Ärztin oder dein Arzt mit dir ab. |
| Metoclopramid (MCP) | Nur ärztlich | Eine Option der zweiten Wahl, wegen Nebenwirkungen wie Muskelkrämpfen mit Vorsicht eingesetzt. |
| Krämpfe und Spasmen | ||
| Butylscopolamin (Buscopan) | Nur ärztlich | Zu wenig Daten, um es als sicher einzustufen; nur, wenn es keine Alternative gibt. |
| Verstopfung und Durchfall | ||
| Abführmittel: Ballaststoffe, Lactulose, Macrogol, Sennesblätter | Meist okay | Können verwendet werden. Zuerst Ballaststoffe, dann Lactulose oder Macrogol, dann Sennesblätter. |
| Loperamid | Vorher fragen | Durchfall braucht selten ein Medikament. Nimm Loperamid nur, wenn du es brauchst, und frag vorher in der Apotheke. |
| Antibiotika | ||
| Penicilline (Amoxicillin) und Cephalosporine (Cefalexin) | Nur ärztlich | Werden in der Schwangerschaft häufig verordnet, ohne dass Bedenken gefunden wurden. |
| Nitrofurantoin | Vor SSW 28 Nur ärztlich Ab SSW 28 Meiden | Oft die erste Wahl bei einem Harnwegsinfekt, im dritten Trimester und besonders kurz vor der Geburt aber meist gemieden. |
| Trimethoprim | Vor SSW 13 Meiden Ab SSW 13 Nur ärztlich | In den ersten 12 Wochen meist gemieden, weil es den Folatspiegel senkt; wird es gebraucht, gibt es zusätzlich Folsäure dazu. |
| Doxycyclin und andere Tetracycline | Vor SSW 13 Nur ärztlich Ab SSW 13 Meiden | Ab etwa SSW 13 gemieden, weil sie die Zähne des Babys verfärben können, außer es gibt bei einer schweren Infektion keine andere Möglichkeit. |
| Haut und Scheidenpilz | ||
| Hydrocortison und andere Kortisoncremes | Meist okay | Bei Anwendung wie vorgesehen in Ordnung; nur sehr wenig gelangt ins Blut. |
| Clotrimazol (Scheidenpilz) | Meist okay | Die bevorzugte Behandlung bei Scheidenpilz. Frag in der Apotheke, denn manche Mittel gegen Scheidenpilz sind in der Schwangerschaft nicht geeignet. |
| Medikamente, die einen fachärztlichen Plan brauchen | ||
| Isotretinoin (Akne) | Meiden | Kann schwere Fehlbildungen verursachen. Wirst du während der Einnahme schwanger, setz es ab und melde dich sofort bei deiner Ärztin oder deinem Arzt. |
| Valproat (Epilepsie, bipolare Störung) | Meiden | Hohes Risiko für Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen. Setz es nicht selbst ab; wende dich dringend an deine Fachärztin oder deinen Facharzt. |
| Warfarin | Meiden | Kann die Entwicklung des Babys beeinträchtigen und wird meist auf Heparin-Spritzen umgestellt. Setz es nicht selbst ab; melde dich sofort bei deiner Ärztin oder deinem Arzt. |
Bevor du etwas nimmst: vier Regeln
- Sag in der Apotheke, dass du schwanger bist, jedes Mal. Der NHS rät, bei jedem Medikament, auch einem rezeptfreien, in der Apotheke, bei der Hebamme oder in der Hausarztpraxis nachzufragen, ob es geeignet ist.
- Nimm die niedrigste wirksame Dosis für die kürzeste Zeit. So formulieren die britische und die europäische Arzneimittelbehörde ihre Empfehlung selbst für Paracetamol.
- Setz ein verordnetes Medikament nie auf eigene Faust ab. Bei Erkrankungen wie Epilepsie, Asthma, Depression oder Bluthochdruck kann plötzliches Absetzen gefährlicher sein als das Medikament. Sprich zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
- „Natürlich“ heißt nicht sicher. Pflanzliche Mittel sind weit weniger untersucht als Arzneimittel. Unser Ratgeber Darf ich das essen? bewertet Kräutertees einzeln, und der Ratgeber zu Schwangerschaftsvitaminen deckt die Vitamine ab.
Ist Paracetamol in der Schwangerschaft sicher? Die Frage nach Autismus
Im September 2025 leitete die US-Arzneimittelbehörde FDA das Verfahren ein, einen möglichen Zusammenhang mit Autismus und ADHS in die Kennzeichnung von Paracetamol aufzunehmen. In derselben Erklärung hielt sie fest, dass ein ursächlicher Zusammenhang nicht belegt ist, und riet Ärztinnen und Ärzten, Paracetamol bei gewöhnlichem leichtem Fieber möglichst sparsam einzusetzen, während sie es zugleich das sicherste rezeptfreie Schmerzmittel in der Schwangerschaft nannte.
Gesundheitsbehörden in anderen Ländern zogen nicht nach. Die britische MHRA, die Europäische Arzneimittel-Agentur und die Weltgesundheitsorganisation erklärten, es gebe keine Belege dafür, dass Paracetamol Autismus verursacht, und in den USA empfahlen sowohl die ACOG als auch die Society for Maternal-Fetal Medicine es weiterhin. Die aussagekräftigste Studie, eine schwedische Untersuchung von 2024 mit 2,48 Millionen Kindern, die Brüder und Schwestern miteinander verglich, fand keinen Zusammenhang mit Autismus, ADHS oder geistiger Behinderung, sobald familiäre Faktoren berücksichtigt waren. Ein im September 2026 veröffentlichtes Umbrella-Review, also eine Auswertung bisheriger Übersichtsarbeiten, kam zu dem Ergebnis, dass die berichteten Zusammenhänge gegen null schrumpfen, je besser die Studien sind. Die im Mai 2026 veröffentlichte Fassung der US-Kennzeichnung enthielt die Änderung noch nicht.
Die praktische Empfehlung ist dieselbe wie zuvor: Nimm Paracetamol, wenn du es brauchst, in der niedrigsten wirksamen Dosis und für die kürzeste Zeit. Die MHRA weist darauf hin, dass unbehandelte Schmerzen und unbehandeltes Fieber selbst ein Risiko für das Baby sein können.
Warum Ibuprofen ab SSW 20 gemieden wird
NSAR wie Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac wirken, indem sie Prostaglandine hemmen. Diese sorgen auch dafür, dass die Nieren des Babys und ein Blutgefäß am Herzen, der Ductus arteriosus, normal arbeiten. Die FDA warnt, dass NSAR ab SSW 20 die Urinproduktion des Babys und damit die Fruchtwassermenge verringern können, und UKTIS nennt zusätzlich das Risiko, dass sich der Ductus vorzeitig verengt. Vor SSW 20 hält UKTIS einen Schaden für unwahrscheinlich, auch wenn einige Studien einen Zusammenhang mit Fehlgeburten nahegelegt haben, den andere nicht gefunden haben. Niedrig dosiertes ASS, das zur Vorbeugung einer Präeklampsie verordnet wurde, ist die Ausnahme und wird wie besprochen weiter genommen.
In Deutschland führt Embryotox, die Beratungsstelle der Berliner Charité für Arzneimittel in der Schwangerschaft, Ibuprofen bis SSW 28 weiterhin als Mittel der Wahl und rät ab SSW 28 von allen NSAR ab. Diese Seite folgt der strengeren britischen und US-amerikanischen Empfehlung, sie ab SSW 20 zu meiden, sofern deine Ärztin oder dein Arzt nichts anderes empfiehlt.
Sodbrennen, Erkältung und Übelkeit: was du zuerst versuchst
Sodbrennen: zuerst Antazida und Alginate, mit 2 Stunden Abstand zu Eisen und Folsäure, bei Bedarf danach Omeprazol. Unser Ratgeber zu Sodbrennen zeigt, was auch ohne Medikamente hilft.
Erkältung und Grippe: Paracetamol gegen Gliederschmerzen und Fieber, dazu viel trinken. Meide abschwellende Tabletten und Sprays und prüf bei Kombipräparaten die Wirkstoffe. Embryotox hält ein Nasenspray mit Xylometazolin kurzzeitig während der gesamten Schwangerschaft für vertretbar, die britische Empfehlung lautet dagegen, abschwellende Nasensprays zu meiden. Eine verstopfte Nase in der Schwangerschaft kommt oft von der Schwangerschaft selbst und kann wochenlang anhalten.
Schwangerschaftsübelkeit: Wenn sie dein Essen, Trinken oder deinen Alltag beeinträchtigt, gibt es wirksame, gut untersuchte verschreibungspflichtige Medikamente, und die Leitlinie der britischen Fachgesellschaft RCOG von 2024 legt fest, welche zuerst und welche danach versucht werden. Unser Ratgeber zur Schwangerschaftsübelkeit erklärt, wann du danach fragen solltest.
Verstopfung: zuerst Ballaststoffe, Flüssigkeit und Bewegung, dann ein Ballaststoffpräparat, danach Lactulose oder Macrogol. Der Ratgeber zu Verstopfung zeigt die vollständige Reihenfolge.
Medikamente bei einer chronischen Erkrankung
Wenn du regelmäßig ein Medikament gegen Epilepsie, eine psychische Erkrankung, Asthma, eine Schilddrüsenerkrankung, Bluthochdruck oder ein Problem mit der Blutgerinnung nimmst, nimm es weiter und sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber, sobald du weißt, dass du schwanger bist, am besten schon vorher. Einige wenige Medikamente wie Valproat, Isotretinoin und Warfarin können einem Baby schaden und brauchen einen Plan mit einer Fachärztin oder einem Facharzt, oft die Umstellung auf ein anderes Medikament. Viele andere werden weitergenommen, weil plötzliches Absetzen die Erkrankung verschlimmern kann; deine Ärztin oder dein Arzt wägt gemeinsam mit dir das Medikament gegen die Erkrankung ab.
Wann du noch am selben Tag in der Praxis oder Geburtsklinik anrufst
Ruf noch am selben Tag in der Geburtsklinik, in deiner Praxis oder in der Apotheke an, wenn:
- ein Kopfschmerz mit Paracetamol nicht nachlässt oder mit verschwommenem Sehen, Lichtblitzen oder plötzlicher Schwellung von Gesicht, Händen oder Füßen einhergeht
- du Fieber hast oder dich fröstelnd und krank fühlst
- es beim Wasserlassen brennt und du dazu Fieber oder Schmerzen im Rücken hast
- du ein Medikament von der „Meiden“-Liste genommen hast und dir Sorgen machst: In der Apotheke oder bei deiner Ärztin oder deinem Arzt erfährst du, ob überhaupt etwas zu tun ist
Bei einer schweren allergischen Reaktion, also Schwellung von Lippen oder Zunge, Atemnot oder einem Kollaps, ruf 112.
In Baby Novum: Im Supplement-Tracker kannst du neben deinen Vitaminen alles eintragen, was deine Ärztin oder dein Arzt verordnet hat, mit Erinnerungen zu den Uhrzeiten, die du brauchst, und einem täglichen Abhaken. Drei Einträge sind kostenlos; mit Premium verfolgst du so viele, wie du brauchst. Die App schlägt nie ein Medikament vor: Sie hält fest, was deine Ärztin, dein Arzt oder deine Hebamme dir geraten hat.
Passende Tools und Ratgeber
Häufige Fragen zu Medikamenten in der Schwangerschaft
Darf ich in der Schwangerschaft Paracetamol nehmen?
Ja. Paracetamol ist laut NHS, der britischen Arzneimittelbehörde und der Europäischen Arzneimittel-Agentur das Schmerzmittel der ersten Wahl in der Schwangerschaft. Nimm die niedrigste wirksame Dosis für die kürzeste Zeit und sprich mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme, wenn du es länger als ein paar Tage oder wegen hohen Fiebers brauchst.
Darf ich in der Schwangerschaft Ibuprofen nehmen?
Es wird nicht empfohlen, außer deine Ärztin oder dein Arzt rät dazu, und ab SSW 20 solltest du es meiden. Die US-Arzneimittelbehörde FDA warnt, dass NSAR wie Ibuprofen ab SSW 20 die Fruchtwassermenge verringern können, und später in der Schwangerschaft können sie außerdem ein Blutgefäß am Herzen des Babys verengen. Die übliche Alternative ist Paracetamol.
Ich habe Ibuprofen genommen, bevor ich wusste, dass ich schwanger bin. Ist mein Baby in Gefahr?
Sehr unwahrscheinlich. UKTIS, der britische Dienst, der Arzneimittel in der Schwangerschaft bewertet, hält einen Schaden durch Ibuprofen vor SSW 20 für unwahrscheinlich. Hör jetzt, wo du es weißt, damit auf, nimm Paracetamol, wenn du ein Schmerzmittel brauchst, und erwähne es beim ersten Vorsorgetermin.
Was darf ich in der Schwangerschaft gegen Kopfschmerzen nehmen?
Paracetamol, dazu Ruhe, genug trinken und regelmäßige Mahlzeiten. Ibuprofen und ASS meidest du als Schmerzmittel. Starke Kopfschmerzen, die nicht nachlassen, besonders mit verschwommenem Sehen oder plötzlicher Schwellung von Gesicht oder Händen nach SSW 20, sind ein Grund, noch am selben Tag in der Geburtsklinik anzurufen: Sie können ein Zeichen einer Präeklampsie sein.
Was darf ich in der Schwangerschaft bei einer Erkältung nehmen?
Paracetamol gegen Gliederschmerzen und Fieber ist in Ordnung. Meide abschwellende Tabletten und Nasensprays und prüf bei jedem Erkältungs- oder Grippemittel die Wirkstoffe, denn viele kombinieren Paracetamol mit einem abschwellenden Wirkstoff. In der Apotheke erfährst du, welche Präparate in der Schwangerschaft geeignet sind.
Was darf ich in der Schwangerschaft gegen Sodbrennen nehmen?
Antazida und Alginate wie Gaviscon sind meist das Erste, was man versucht, mit mindestens 2 Stunden Abstand zu Eisen- oder Folsäuretabletten. Reichen sie nicht, gilt Omeprazol in der Regel als geeignet; frag vorher in der Apotheke oder bei deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Verursacht Paracetamol in der Schwangerschaft Autismus?
Die Studienlage zeigt das nicht. Die größte Studie mit 2,48 Millionen schwedischen Kindern, die mit ihren eigenen Geschwistern verglichen wurden, fand keinen Zusammenhang mit Autismus oder ADHS, und die britische und die europäische Arzneimittelbehörde sowie die WHO erklärten 2025, es gebe keine Belege dafür, dass es Autismus verursacht. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Ärztinnen und Ärzte gebeten, es bei leichtem Fieber zurückhaltender einzusetzen; überall bleibt es das Schmerzmittel der ersten Wahl in der Schwangerschaft.
Quellen
- NHS — Medicines in pregnancy
- NHS — Paracetamol for adults: pregnancy, breastfeeding and fertility
- UKTIS / bumps — Paracetamol in pregnancy
- MHRA (2025) — Taking paracetamol during pregnancy remains safe
- European Medicines Agency (2025) — Use of paracetamol during pregnancy unchanged in the EU
- Embryotox (Charité Berlin) — Paracetamol
- UKTIS / bumps — Ibuprofen in pregnancy
- US FDA (2020) — Avoid NSAIDs in pregnancy at 20 weeks or later
- Embryotox (Charité Berlin) — Ibuprofen
- UKTIS / bumps — Aspirin for pain in pregnancy
- UKTIS / bumps — Low-dose aspirin in pregnancy
- NICE NG133 — Hypertension in pregnancy: recommendations
- UKTIS / bumps — Codeine in pregnancy
- NHS — Indigestion and heartburn in pregnancy
- UKTIS / bumps — Omeprazole in pregnancy
- UKTIS / bumps — Famotidine in pregnancy
- UKTIS / bumps — Loratadine in pregnancy
- UKTIS / bumps — Cetirizine in pregnancy
- UKTIS / bumps — Chlorphenamine in pregnancy
- UKTIS / bumps — Treatment of colds and flu in pregnancy
- RCOG Green-top Guideline 69 (2024) — Nausea and vomiting of pregnancy and hyperemesis gravidarum
- UKTIS / bumps — Cyclizine in pregnancy
- UKTIS / bumps — Xonvea (doxylamine with pyridoxine) in pregnancy
- MHRA Drug Safety Update (2020) — Ondansetron and oral clefts
- UKTIS / bumps — Ondansetron in pregnancy
- UKTIS / bumps — Metoclopramide in pregnancy
- No-Spa Max 80 mg — Summary of product characteristics (Poland, 2023)
- UKTIS / bumps — Hyoscine in pregnancy
- UKTIS / bumps — Lactulose in pregnancy
- UKTIS / bumps — Senna in pregnancy
- UKTIS / bumps — Loperamide in pregnancy
- UKTIS / bumps — Penicillins in pregnancy
- UKTIS / bumps — Cephalosporins in pregnancy
- UKTIS / bumps — Nitrofurantoin in pregnancy
- UKTIS / bumps — Trimethoprim in pregnancy
- UKTIS / bumps — Doxycycline in pregnancy
- UKTIS / bumps — Topical corticosteroids in pregnancy
- UKTIS / bumps — Clotrimazole in pregnancy
- NHS — Isotretinoin capsules
- MHRA — Valproate use by women and girls
- UKTIS / bumps — Warfarin in pregnancy
- US FDA (22 September 2025) — FDA responds to evidence of possible association between autism and acetaminophen use during pregnancy
- ACOG Practice Advisory (2025) — Acetaminophen use in pregnancy and neurodevelopmental outcomes
- Society for Maternal-Fetal Medicine (2025) — Statement on acetaminophen use during pregnancy and autism
- DailyMed — Tylenol Regular Strength label (US, May 2026)
- WHO (24 September 2025) — Statement on autism-related issues
- Ahlqvist et al., JAMA 2024 — Acetaminophen use during pregnancy and children's risk of autism, ADHD and intellectual disability
- Tayebi-Hillali et al., Developmental Medicine & Child Neurology 2026 — Prenatal paracetamol and autism and ADHD: an umbrella review
- Embryotox (Charité Berlin) — Xylometazolin
Medikamente in der Schwangerschaft — das Wichtigste
Paracetamol ist das Schmerzmittel der ersten Wahl in der Schwangerschaft, in der niedrigsten wirksamen Dosis und für die kürzeste Zeit; die Behörden in Großbritannien und der EU sowie die WHO fanden keine Belege dafür, dass es Autismus verursacht, und die größte Geschwisterstudie fand keinen Zusammenhang. Ibuprofen und andere NSAR werden nur empfohlen, wenn deine Ärztin oder dein Arzt dazu rät, und ab SSW 20 gemieden. Antazida und Alginate, Loratadin, Cetirizin, Chlorphenamin, Abführmittel, Kortisoncremes und Clotrimazol gelten in der Regel als unbedenklich. Abschwellende Mittel meidest du besser. Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit, Codein und Antibiotika verordnet die Ärztin oder der Arzt, und manche Antibiotika werden in bestimmten Phasen gemieden. Setz ein Dauermedikament nie ab, ohne mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu sprechen, und sag in der Apotheke immer, dass du schwanger bist.
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