Die Dopplersonografie in der Schwangerschaft misst, wie das Blut durch die Nabelschnur, durch eine Arterie im Gehirn des Babys und durch die Arterien fließt, die deine Gebärmutter versorgen. Sie ist keine Routineuntersuchung. Sie wird ab etwa SSW 20 gemacht, wenn das Baby klein ist, dein Blutdruck hoch ist oder eine frühere Schwangerschaft Probleme hatte, und zeigt, wie gut die Plazenta das Baby versorgt.
Hier erfährst du, was jeder Doppler-Wert bedeutet, findest die veröffentlichten Referenzwerte für jede Woche von SSW 20 bis 41 und einen Rechner für die Zahlen in deinem Befund. Außerdem geht es darum, wer einen Doppler braucht und wer nicht, wie er abläuft und warum er in der Praxis sicher ist.
Die kurze Antwort: Am wichtigsten ist der Pulsatilitätsindex (PI) der Nabelschnurarterie. Ein PI über der 95. Perzentile für die SSW oder ein Fluss, der zwischen zwei Herzschlägen aussetzt, spricht dafür, dass die Plazenta unter Belastung arbeitet. In SSW 32 liegt der Median der Fetal Medicine Foundation bei 0,965 und die 95. Perzentile bei 1,252. Ein Doppler wird gemacht, wenn es einen Grund gibt, nicht in jeder Schwangerschaft.
Was ein Doppler misst
Ein normaler Ultraschall zeigt Größe und Form des Babys. Der Doppler fügt die Bewegung hinzu: Er erfasst die Geschwindigkeit des Blutes in einem Gefäß und stellt sie als Welle dar, mit einer Spitze bei jedem Herzschlag und einem niedrigeren Fluss dazwischen. Aus dieser Welle berechnet das Gerät einen Index für den Widerstand, auf den das Blut trifft. Die ISUOG empfiehlt für die Praxis den Pulsatilitätsindex (PI), weil er auch dann noch funktioniert, wenn der Fluss zwischen den Schlägen auf null fällt, also genau dort, wo die älteren Verhältniswerte versagen.
Fast jeder Doppler-Befund in der Schwangerschaft enthält vier Messungen:
- Nabelschnurarterie (A. umbilicalis, UA). Sie wird an einer frei flottierenden Nabelschnurschlinge gemessen und spiegelt den Widerstand in der Plazenta. Weil die Plazenta wächst, sinkt der Widerstand, und der normale PI fällt Woche für Woche.
- Mittlere Hirnarterie (A. cerebri media, ACM oder MCA). Eine Arterie im Gehirn des Babys. Wird der Sauerstoff knapp, kann das Baby diese Gefäße weiten, um das Gehirn zu schützen, und der PI der ACM sinkt.
- Zerebroplazentare Ratio (CPR). Der PI der ACM geteilt durch den PI der Nabelschnurarterie. Sie fasst beide Signale in einer Zahl zusammen.
- Gebärmutterarterien (Aa. uterinae, UtA). Deine eigenen Arterien, die die Gebärmutter versorgen; im Befund steht meist der mittlere PI aus linker und rechter Seite. Ein hoher Widerstand hier heißt, dass die Plazenta weniger Blut bekommt, als sie sollte.
Spezialisierte Zentren messen zusätzlich den Ductus venosus, ein kleines Gefäß, das Blut aus der Nabelschnur zum Herzen des Babys führt und bei einer frühen, schweren Wachstumsrestriktion wichtig wird, und die Spitzengeschwindigkeit in der ACM, mit der man eine Blutarmut beim Baby erkennt. Das gehört in die Pränatalmedizin, und dafür gibt es hier keine Tabelle.
Doppler-Normwerte nach SSW
Die Tabelle zeigt Median und Bereich von der 5. bis zur 95. Perzentile für die drei fetalen Messungen der Fetal Medicine Foundation (FMF), erhoben bei 72.387 Schwangerschaften in zwei Kliniken in und bei London. Der PI der Nabelschnurarterie fällt ab SSW 20 gleichmäßig. Der PI der ACM steigt bis etwa SSW 32 und die CPR bis etwa SSW 34, danach sinken beide zum Termin hin.
| SSW | PI Nabelschnurarterie | PI ACM | CPR |
|---|---|---|---|
| SSW 20 | 1,2180,955 – 1,553 | 1,4861,162 – 1,901 | 1,2120,872 – 1,686 |
| SSW 21 | 1,1970,939 – 1,526 | 1,5401,213 – 1,956 | 1,2890,934 – 1,780 |
| SSW 22 | 1,1760,922 – 1,499 | 1,5951,263 – 2,015 | 1,3670,996 – 1,877 |
| SSW 23 | 1,1550,906 – 1,472 | 1,6511,313 – 2,075 | 1,4471,059 – 1,977 |
| SSW 24 | 1,1340,889 – 1,446 | 1,7051,360 – 2,137 | 1,5261,121 – 2,079 |
| SSW 25 | 1,1130,871 – 1,420 | 1,7571,405 – 2,197 | 1,6051,181 – 2,180 |
| SSW 26 | 1,0920,854 – 1,395 | 1,8051,445 – 2,255 | 1,6801,237 – 2,281 |
| SSW 27 | 1,0700,836 – 1,371 | 1,8481,478 – 2,309 | 1,7511,290 – 2,378 |
| SSW 28 | 1,0490,818 – 1,346 | 1,8831,504 – 2,357 | 1,8171,336 – 2,471 |
| SSW 29 | 1,0280,800 – 1,322 | 1,9091,521 – 2,395 | 1,8751,375 – 2,557 |
| SSW 30 | 1,0070,782 – 1,299 | 1,9241,527 – 2,424 | 1,9241,406 – 2,634 |
| SSW 31 | 0,9860,763 – 1,275 | 1,9261,521 – 2,440 | 1,9621,426 – 2,700 |
| SSW 32 | 0,9650,744 – 1,252 | 1,9151,503 – 2,441 | 1,9881,436 – 2,753 |
| SSW 33 | 0,9440,725 – 1,229 | 1,8891,472 – 2,426 | 2,0001,434 – 2,790 |
| SSW 34 | 0,9230,706 – 1,207 | 1,8481,427 – 2,393 | 1,9971,419 – 2,811 |
| SSW 35 | 0,9020,687 – 1,184 | 1,7911,369 – 2,342 | 1,9791,392 – 2,813 |
| SSW 36 | 0,8810,668 – 1,162 | 1,7181,300 – 2,272 | 1,9441,353 – 2,795 |
| SSW 37 | 0,8600,649 – 1,140 | 1,6321,219 – 2,184 | 1,8941,301 – 2,756 |
| SSW 38 | 0,8390,630 – 1,118 | 1,5321,129 – 2,078 | 1,8271,239 – 2,696 |
| SSW 39 | 0,8180,610 – 1,097 | 1,4211,032 – 1,956 | 1,7471,167 – 2,615 |
| SSW 40 | 0,7970,591 – 1,075 | 1,3020,931 – 1,821 | 1,6531,086 – 2,514 |
| SSW 41 | 0,7760,572 – 1,053 | 1,1770,827 – 1,674 | 1,5471,000 – 2,394 |
Quelle: Ciobanu et al., Ultrasound in Obstetrics & Gynecology 2019, Tabelle 2. Jede Zeile gilt für die Mitte der Woche (20+3, 21+3 usw.). Die FMF hat in SSW 20–22, 31–33, 35–36 und 41 gemessen und durch diese Daten Kurven gelegt, die Wochen dazwischen stammen also aus den Kurven der Studie selbst. Eingeschlossen waren alle Routine-Ultraschalle, es handelt sich deshalb um Referenzbereiche und nicht um Bereiche nur gesunder Schwangerschaften.
Nicht jede Praxis nutzt diese Tabelle. Ältere Referenzen wie die von Acharya (2005) ziehen die Grenzen etwas anders, sodass derselbe PI in einem Befund knapp innerhalb und in einem anderen knapp außerhalb liegen kann. Steht in deinem Befund eine Perzentile, stammt sie aus der Tabelle, die deine Praxis gewählt hat.
PI der Gebärmutterarterien nach SSW
Für die Gebärmutterarterien verweisen die meisten Leitlinien auf Gómez und Kolleginnen aus Barcelona, die 620 Frauen gemessen haben, zwanzig in jeder Woche von SSW 11 bis 41. Der Wert ist der Mittelwert aus linker und rechter Arterie. Er sinkt in der ersten Schwangerschaftshälfte rasch und flacht etwa ab SSW 34 ab.
| SSW | 5. Perzentile | Median | 95. Perzentile |
|---|---|---|---|
| SSW 11 | 1,18 | 1,79 | 2,70 |
| SSW 12 | 1,11 | 1,68 | 2,53 |
| SSW 13 | 1,05 | 1,58 | 2,38 |
| SSW 14 | 0,99 | 1,49 | 2,24 |
| SSW 15 | 0,94 | 1,41 | 2,11 |
| SSW 16 | 0,89 | 1,33 | 1,99 |
| SSW 17 | 0,85 | 1,27 | 1,88 |
| SSW 18 | 0,81 | 1,20 | 1,79 |
| SSW 19 | 0,78 | 1,15 | 1,70 |
| SSW 20 | 0,74 | 1,10 | 1,61 |
| SSW 21 | 0,71 | 1,05 | 1,54 |
| SSW 22 | 0,69 | 1,00 | 1,47 |
| SSW 23 | 0,66 | 0,96 | 1,41 |
| SSW 24 | 0,64 | 0,93 | 1,35 |
| SSW 25 | 0,62 | 0,89 | 1,30 |
| SSW 26 | 0,60 | 0,86 | 1,25 |
| SSW 27 | 0,58 | 0,84 | 1,21 |
| SSW 28 | 0,56 | 0,81 | 1,17 |
| SSW 29 | 0,55 | 0,79 | 1,13 |
| SSW 30 | 0,54 | 0,77 | 1,10 |
| SSW 31 | 0,52 | 0,75 | 1,06 |
| SSW 32 | 0,51 | 0,73 | 1,04 |
| SSW 33 | 0,50 | 0,71 | 1,01 |
| SSW 34 | 0,50 | 0,70 | 0,99 |
| SSW 35 | 0,49 | 0,69 | 0,97 |
| SSW 36 | 0,48 | 0,68 | 0,95 |
| SSW 37 | 0,48 | 0,67 | 0,94 |
| SSW 38 | 0,47 | 0,66 | 0,92 |
| SSW 39 | 0,47 | 0,65 | 0,91 |
| SSW 40 | 0,47 | 0,65 | 0,90 |
| SSW 41 | 0,47 | 0,65 | 0,89 |
Quelle: Gómez et al., Ultrasound in Obstetrics & Gynecology 2008, Tabelle 2, wie sie die Leitlinie zur fetalen Wachstumsrestriktion von NHS England North West (2025) wiedergibt. Diese Leitlinie nutzt die 95. Perzentile als Grenze.
Doppler-Rechner
Gib die SSW des Ultraschalls und beliebige Werte aus deinem Befund ein. Trägst du den PI der Nabelschnurarterie und den der ACM ein und lässt die CPR leer, rechnet der Rechner sie selbst aus. Jeder Wert wird mit der 5. bis 95. Perzentile seiner Woche verglichen.
—
Der Rechner vergleicht nur Zahlen mit einer veröffentlichten Tabelle und kann nichts diagnostizieren: Deine Praxis nutzt vielleicht eine andere Tabelle, und die Form der Welle zählt so viel wie der Index. Bewegt sich dein Baby weniger, hast du eine Blutung oder starke Kopfschmerzen, ruf sofort deine Hebamme oder den Kreißsaal an.
So liest du einen Doppler-Befund
| Im Befund | Bedeutung | Was es dir sagt |
|---|---|---|
| PI | Pulsatilitätsindex | (systolische Spitzengeschwindigkeit − enddiastolische Geschwindigkeit) ÷ mittlere Geschwindigkeit. Der Index, den die ISUOG empfiehlt; jedes Gefäß hat seinen eigenen Bereich nach SSW |
| RI | Resistance-Index | (systolisch − diastolisch) ÷ systolisch. Ein älterer Index, der dem PI folgt; die Tabellen hier nutzen ihn nicht |
| S/D | S/D-Ratio | Spitzengeschwindigkeit geteilt durch die Geschwindigkeit am Ende des Herzschlags. Fehlt der diastolische Fluss, lässt sie sich nicht berechnen |
| UA / A. umb. | Nabelschnurarterie | Der Widerstand in der Plazenta, von der Seite des Babys aus gesehen |
| ACM / MCA | Mittlere Hirnarterie | Die Durchblutung des kindlichen Gehirns |
| CPR | Zerebroplazentare Ratio | PI ACM ÷ PI Nabelschnurarterie. Niedrige Werte sprechen dafür, dass Blut zum Gehirn umgeleitet wird |
| UCR | Umbilikozerebrale Ratio | PI Nabelschnurarterie ÷ PI ACM, also die umgedrehte CPR. Hohe Werte bedeuten dasselbe wie eine niedrige CPR |
| UtA / Aa. uterinae | Gebärmutterarterien | Deine Blutversorgung der Plazenta, meist als mittlerer PI |
| Notch | Frühdiastolische Inzisur | Eine Kerbe in der Welle der Gebärmutterarterie am Anfang jedes Herzschlags, Zeichen für einen höheren Widerstand |
| AEDF / REDF | Enddiastolischer Null-Fluss / Reverse-Flow | Der Fluss in der Nabelschnur steht zwischen zwei Herzschlägen still oder läuft rückwärts. Wird immer von einem spezialisierten Team betreut |
| DV | Ductus venosus | Ein fetales Gefäß, das spezialisierte Zentren bei früher Wachstumsrestriktion untersuchen |
| MoM | Multiple of the Median | Dein Wert geteilt durch den Median der Woche: 1,0 ist genau der Median |
Den Rest des Befunds, von BPD und KU bis zum Schätzgewicht, erklärt unsere Seite zu den Ultraschall-Abkürzungen.
Wann ein Doppler gemacht wird und warum
In Deutschland regeln die Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses, wann die Dopplersonografie Teil der Vorsorge ist: nur in der zweiten Schwangerschaftshälfte (außer zur Abklärung von Fehlbildungen) und nur bei mindestens einer von acht Indikationen.
- Verdacht auf eine Wachstumsverzögerung, etwa wenn das Baby in der Ultraschall-Messung klein ist
- Bluthochdruck in der Schwangerschaft in jeder Form, auch eine Präeklampsie
- Ein früheres Kind, das zu klein für sein Alter war oder im Mutterleib verstorben ist
- Eine frühere Präeklampsie oder Eklampsie
- Auffälligkeiten im CTG, der Aufzeichnung der kindlichen Herzfrequenz
- Ein begründeter Verdacht auf eine Fehlbildung oder Erkrankung des Babys
- Mehrlinge, die unterschiedlich wachsen
- Ein Verdacht auf einen Herzfehler oder eine Herzerkrankung des Babys
International sieht es ähnlich aus. Die ISUOG-Leitlinie von 2020 zur Wachstumsrestriktion und die britische RCOG-Leitlinie von 2024 bauen die Überwachung eines kleinen Babys um den Doppler der Nabelschnurarterie herum auf. Was derselbe Befund über die Lage der Plazenta sagt, erklärt unsere Seite zur Plazenta an der Vorderwand.
Bei einer Schwangerschaft mit niedrigem Risiko zeigen Studien keinen Nutzen. Eine Cochrane-Übersicht über 5 Studien mit 14.624 Frauen fand, dass ein Routine-Doppler der Nabelschnurarterie weder die perinatale Sterblichkeit noch andere Ergebnisse veränderte. Bei hohem Risiko ist es umgekehrt: Eine zweite Cochrane-Übersicht über 19 Studien mit 10.667 Frauen fand weniger perinatale Todesfälle, wenn der Doppler die Betreuung steuerte (1,2 % gegenüber 1,7 %), dazu weniger Einleitungen und Kaiserschnitte.
Doppler und Wachstumsrestriktion
Ein kleines Baby ist nicht immer ein Baby in Not, und genau das unterscheidet der Doppler. Der Delphi-Konsens von 2016, den die ISUOG übernommen hat, nutzt ihn in der Definition der fetalen Wachstumsrestriktion:
- Vor SSW 32: Ein enddiastolischer Null-Fluss in der Nabelschnurarterie reicht allein. Außerdem zählt ein Bauchumfang oder Schätzgewicht unter der 10. Perzentile, wenn der PI der Nabelschnurarterie oder der Gebärmutterarterien über der 95. Perzentile liegt.
- Ab SSW 32: Der Doppler ist eines von drei unterstützenden Zeichen. Eine CPR unter der 5. Perzentile oder ein PI der Nabelschnurarterie über der 95. zählt zusammen mit einem Baby unter der 10. Perzentile oder einem Wachstum, das um mehr als zwei Quartile abgefallen ist.
Deshalb entscheidet ein einzelner Doppler-Wert selten etwas. Das ganze Bild und wie es weitergeht, steht auf unserer Seite zu Schätzgewicht und Perzentilen.
Null-Fluss und Reverse-Flow
Zwischen zwei Herzschlägen soll das Blut in der Nabelschnur weiter nach vorn zur Plazenta fließen. Steigt der Widerstand in der Plazenta hoch genug, verschwindet dieser Fluss am Ende jedes Schlags (Null-Fluss) oder kehrt sich um (Reverse-Flow). Genau auf diese Befunde reagiert ein pränatalmedizinisches Team: Die Kontrollen werden viel häufiger, die Herzfrequenz des Babys wird überwacht, und der Zeitpunkt der Geburt wird danach geplant. Steht einer der beiden Begriffe in deinem Befund, lass dir den Plan erklären, bevor du die Praxis verlässt.
So läuft die Untersuchung ab
Der Doppler ist Teil eines normalen Ultraschalls über den Bauch und fühlt sich genauso an: Gel, der Schallkopf auf dem Bauch, manchmal etwas Druck. Die Ärztin oder der Arzt schaltet den Farbdoppler ein, um das Gefäß zu finden, setzt ein kleines Messfenster darauf und zeichnet die Welle auf. Die ISUOG empfiehlt, das zu tun, während das Baby ruhig ist und keine Atembewegungen macht, deshalb musst du vielleicht kurz warten oder die Luft anhalten. Der PI wird gemessen, sobald drei gleiche Wellen hintereinander erscheinen. Während der Aufzeichnung hörst du ein Rauschen: Das ist der Blutfluss, hörbar gemacht.
Ist der Doppler sicher?
In der zweiten Schwangerschaftshälfte ist der Doppler ein normaler Teil der Versorgung, wenn es einen medizinischen Grund gibt. Früh in der Schwangerschaft behandelt ihn die ISUOG vorsichtiger als das normale Ultraschallbild: kein Routine-Doppler vor SSW 11 und von SSW 11 bis 13+6 ein angezeigter thermischer Index von 1,0 oder weniger bei kurzer Untersuchungsdauer. In jeder Woche gilt das ALARA-Prinzip, also eine so geringe Belastung wie vernünftigerweise möglich. Ein Doppler der Gebärmutterarterien ist für das Baby unbedenklich, solange es nicht im Schallstrahl liegt.
Ein Doppler-Ultraschall ist kein Heim-Doppler
Der Hand-Doppler für zu Hause spielt nur den Herzschlag als Ton ab. Er misst nichts über den Blutfluss oder die Plazenta. Der britische NHS rät davon ab, weil ein hörbarer Herzschlag nicht zeigt, dass es dem Baby gut geht, und einen wichtigen Anruf verzögern kann. Warum, erklärt unsere Seite zur Herzfrequenz des Babys; das Zeichen, auf das du achten solltest, sind die Bewegungen deines Babys.
Wann du noch am selben Tag anrufen solltest
Ruf sofort deine Hebamme oder den Kreißsaal deiner Klinik an, auch nachts, wenn: dein Baby sich weniger bewegt als sonst oder sich das Muster seiner Bewegungen verändert hat; du eine vaginale Blutung hast; du starke Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen oder Lichtblitze, Schmerzen unter den Rippen oder plötzliche Schwellungen im Gesicht, an Händen oder Füßen bekommst, denn das können Zeichen einer Präeklampsie sein; oder Flüssigkeit aus der Scheide abgeht. Warte nicht auf den nächsten Ultraschall und versuch nicht, das Baby selbst zu kontrollieren. Bei starker Blutung, einem Krampfanfall oder wenn du ohnmächtig wirst, ruf 112.
Ein Doppler-Wert im Befund steht für sich allein nie auf dieser Liste. Überrascht dich ein Ergebnis, frag die Person, die dich untersucht hat, oder deine Ärztin oder deinen Arzt, was es für den weiteren Plan bedeutet. Wie eine Veränderung der Bewegungen aussieht, beschreibt unser Artikel zu den Kindsbewegungen.
Häufige Fragen
Ab wann wird in der Schwangerschaft ein Doppler gemacht?
In der Regel ab SSW 20 und nur mit Grund. Die Mutterschafts-Richtlinien erlauben die Dopplersonografie als Vorsorgeleistung nur in der zweiten Schwangerschaftshälfte und nur bei bestimmten Indikationen; die einzige Ausnahme ist die Abklärung von Fehlbildungen. Die Gebärmutterarterien werden in manchen Praxen schon früher gemessen, die Referenzwerte dafür beginnen in SSW 11.
Warum wird in der Schwangerschaft ein Doppler gemacht?
Weil er zeigt, wie gut die Plazenta das Baby versorgt, was eine reine Größenmessung nicht kann. Die Mutterschafts-Richtlinien nennen acht Gründe, darunter den Verdacht auf eine Wachstumsverzögerung, Bluthochdruck in der Schwangerschaft, eine frühere Präeklampsie oder ein früheres sehr kleines Kind, Auffälligkeiten im CTG und Zwillinge, die unterschiedlich wachsen.
Wie funktioniert ein Doppler-Ultraschall in der Schwangerschaft?
Wie ein normaler Ultraschall über den Bauch: Du liegst, bekommst Gel auf den Bauch, und die Ärztin oder der Arzt sucht das Gefäß mit dem Farbdoppler. Dann wird ein kleines Messfenster auf das Gefäß gesetzt und die Welle aufgezeichnet, während das Baby ruhig ist und keine Atembewegungen macht; manchmal sollst du kurz die Luft anhalten. Der PI wird gemessen, sobald drei gleiche Wellen hintereinander erscheinen.
Ist ein Doppler in der Schwangerschaft gefährlich?
In der zweiten Schwangerschaftshälfte gehört der Doppler zur normalen Versorgung, wenn es einen medizinischen Grund gibt. Die ISUOG verlangt das ALARA-Prinzip, also eine so geringe Belastung wie vernünftigerweise möglich, keinen Routine-Doppler vor SSW 11 und ab SSW 11 einen thermischen Index von 1,0 oder weniger bei möglichst kurzer Untersuchung.
Welche Normwerte gelten für die Nabelschnurarterie in der 32. SSW?
In der Referenz der Fetal Medicine Foundation liegt der Median des PI der Nabelschnurarterie in SSW 32 bei 0,965, und 90 % der Schwangerschaften liegen zwischen 0,744 und 1,252. Ein Wert über der 95. Perzentile, in dieser Woche also über 1,252, gilt üblicherweise als erhöht. Deine Praxis nutzt vielleicht eine andere Tabelle, deshalb kann die Grenze in deinem Befund leicht abweichen.
Was bedeutet eine niedrige zerebroplazentare Ratio (CPR)?
Die CPR teilt den PI der mittleren Hirnarterie durch den PI der Nabelschnurarterie. Eine niedrige CPR spricht dafür, dass das Baby mehr Blut zum Gehirn umleitet, weil die Plazenta unter Belastung arbeitet. Ab SSW 32 zählt eine CPR unter der 5. Perzentile nur zusammen mit einem kleinen oder langsamer wachsenden Baby als Zeichen einer späten Wachstumsrestriktion. Die ISUOG empfiehlt Bereiche nach SSW statt eines festen Grenzwerts wie 1.
Zahlt die Krankenkasse den Doppler in der Schwangerschaft?
Ja, wenn eine der acht Indikationen der Mutterschafts-Richtlinien vorliegt, zum Beispiel der Verdacht auf eine Wachstumsverzögerung, Bluthochdruck oder Auffälligkeiten im CTG. Dann ist die Dopplersonografie Teil der Mutterschaftsvorsorge. Ohne eine solche Indikation gehört sie nicht zur Vorsorge, und eine Cochrane-Übersicht fand bei Schwangerschaften mit niedrigem Risiko keinen Nutzen eines Routine-Dopplers.
Was bedeutet ein enddiastolischer Null-Fluss?
Normalerweise fließt das Blut in der Nabelschnurarterie auch zwischen zwei Herzschlägen weiter. Beim enddiastolischen Null-Fluss (AEDF) steht es dann still, beim Reverse-Flow (REDF) fließt es kurz rückwärts. Beides zeigt einen hohen Widerstand in der Plazenta. Vor SSW 32 reicht ein Null-Fluss allein für die Diagnose einer frühen Wachstumsrestriktion, und die Betreuung übernimmt ein spezialisiertes Team mit engen Kontrollen und einem Plan für die Geburt.
Doppler in der Schwangerschaft auf einen Blick
Die Dopplersonografie in der Schwangerschaft misst den Blutfluss in der Nabelschnurarterie, in der mittleren Hirnarterie des Babys und in deinen Gebärmutterarterien und gibt ihn als Pulsatilitätsindex an. In Deutschland gehört sie ab der zweiten Schwangerschaftshälfte bei acht festgelegten Indikationen zur Vorsorge; bei niedrigem Risiko hat ein Routine-Doppler keinen Nutzen gezeigt. In der FMF-Referenz sinkt der PI der Nabelschnurarterie von 1,218 in SSW 20 auf 0,797 in SSW 40, und ein Wert über der 95. Perzentile spricht für eine belastete Plazenta. Eine niedrige CPR oder ein Null-Fluss führen zu engerer Betreuung durch Spezialistinnen und Spezialisten. Weniger Bewegungen, eine Blutung oder Zeichen einer Präeklampsie sind ein Grund, noch am selben Tag anzurufen.
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Weiterlesen
Quellen
- Ciobanu et al., Ultrasound in Obstetrics & Gynecology 2019 — Referenzbereiche der Fetal Medicine Foundation für den PI der Nabelschnurarterie, den PI der mittleren Hirnarterie und die zerebroplazentare Ratio
- Gómez et al., Ultrasound in Obstetrics & Gynecology 2008 — Referenzbereiche für den mittleren PI der Gebärmutterarterien in SSW 11 bis 41
- ISUOG Practice Guidelines (2020) — Diagnose und Management des zu kleinen Fetus und der fetalen Wachstumsrestriktion
- Gordijn et al., Ultrasound in Obstetrics & Gynecology 2016 — Konsensdefinition der fetalen Wachstumsrestriktion: ein Delphi-Verfahren
- RCOG Green-top Guideline No. 31 (2024) — Abklärung und Betreuung des zu kleinen und des wachstumsrestringierten Fetus
- ISUOG Practice Guidelines (aktualisiert 2021) — Einsatz der Doppler-Velocimetrie in der Geburtshilfe
- ISUOG — Stellungnahme zum sicheren Einsatz des Dopplers beim fetalen Ultraschall bis SSW 13+6 (aktualisiert 2021)
- Alfirevic et al., Cochrane Database of Systematic Reviews 2015 — Fetaler und umbilikaler Doppler in der normalen Schwangerschaft
- Alfirevic et al., Cochrane Database of Systematic Reviews 2017 — Fetaler und umbilikaler Doppler in Risikoschwangerschaften
- NHS England North West — Regionale Leitlinie zur Erkennung und Behandlung der fetalen Wachstumsrestriktion (2025)
- NHS — Die Bewegungen deines Babys
- NHS — Präeklampsie
- G-BA — Mutterschafts-Richtlinien (Fassung vom 16.07.2026), Anlage I d: Dopplersonografische Untersuchungen
Baby Novum ist ein Informations- und Aufzeichnungswerkzeug, kein Medizinprodukt, und stellt keine Diagnosen und keine Behandlung. Sprich zu allen Fragen deiner Schwangerschaft mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme.