Diese Seite ist ein Nachschlagewerk, keine medizinische Beratung. Wenn plötzlich ein ernstes Zeichen auftritt — starke Blutung, heftiger Kopfschmerz mit Sehstörungen, plötzliche starke Schwellung, starker Bauchschmerz, Flüssigkeitsverlust vor SSW 37, weniger Kindsbewegungen nach SSW 28 oder Gedanken, dir etwas anzutun —, ruf sofort deine Ärztin, deine Hebamme oder die Geburtsklinik an oder fahr in die Notaufnahme. Im Zweifel immer anrufen.
Die Schwangerschaft ist noch nicht bestätigt? Dieser Ratgeber setzt eine bestätigte Schwangerschaft voraus. Wenn du noch auf Gewissheit wartest, geht der Test zu den frühen Schwangerschaftsanzeichen die Zeichen vor der ausgebliebenen Regel durch und rechnet aus, ab wann ein Test eine verlässliche Antwort gibt.
A
Alle Trimester
Hormonelle Akne ist im ersten Trimester häufig und noch einmal im dritten. Nutze milde Reinigung und in der Schwangerschaft sichere Wirkstoffe (Azelainsäure, Glykolsäure, Niacinamid). Meide Retinoide und Isotretinoin, hoch dosierte Salicylsäure und Benzoylperoxid.
Normal: leichte bis mittlere Unreinheiten, die sich im zweiten Trimester bessern.
Abklären: schwere zystische Akne — dafür gibt es ein in der Schwangerschaft sicheres Antibiotikum zum Auftragen.
Alle Trimester
Ängste in der Schwangerschaft sind sehr häufig und werden oft übersehen. Kreisende Gedanken, Sorge um das Baby, Panikattacken, Schlaflosigkeit, ständige Anspannung. Das ist behandelbar. Siehe Ängste in der Schwangerschaft.
Normal: leichte Sorgen, die kommen und gehen.
Abklären: anhaltende Angst, die Schlaf, Arbeit oder Beziehungen beeinträchtigt, Panikattacken, aufdrängende Gedanken.
Alle Trimester
Der Ausfluss nimmt in der Schwangerschaft zu. Weiß oder klar, mit mildem Geruch. Trag Baumwollwäsche und verzichte auf Scheidenspülungen. Siehe Ausfluss in der Schwangerschaft.
Normal: weißlich, mild im Geruch, ohne Jucken oder Brennen.
Abklären: grün, gelb oder grau, übelriechend, mit Jucken oder Brennen, blutig im zweiten Trimester oder viel dünne Flüssigkeit vor SSW 37 (möglicher Blasensprung).
B
Alle Trimester
Progesteron verlangsamt die Darmpassage, dadurch entstehen Völlegefühl und eingeschlossene Luft. Das begleitet die ganze Schwangerschaft.
Normal: ein aufgeblähtes Gefühl nach dem Essen und mehr Luft im Bauch als sonst.
Abklären: starkes, anhaltendes Völlegefühl mit Schmerzen oder Erbrechen.
Alle Trimester
Die Schwangerschaft erhöht das Risiko für Harnwegsinfekte. Brennen beim Wasserlassen, ständiger Drang, trüber Urin, Schmerzen im unteren Rücken. In der Schwangerschaft wird schnell behandelt, damit die Infektion nicht die Nieren erreicht.
Normal: es gibt keine normale Variante: Jedes dieser Zeichen gehört abgeklärt.
Abklären: noch heute: Brennen, Blut im Urin, Fieber, Flankenschmerz.
Alle Trimester
In der Schwangerschaft gehört jede Blutung abgeklärt. Sie kann harmlos sein (Einnistung, Schmierblutung nach dem Sex, Schleimpfropf im dritten Trimester), aber auch auf eine Fehlgeburt, eine Eileiterschwangerschaft, eine Plazenta praevia oder eine vorzeitige Plazentalösung hinweisen.
Normal: eine «normale» Blutung gibt es in der Schwangerschaft nicht: Jede braucht eine Einschätzung.
Abklären: ruf bei jeder Blutung an. Die meisten sind keine Notfälle, abgeklärt gehören sie trotzdem alle. Eine starke, hellrote Blutung mit Schmerzen braucht sofort Hilfe.
1. Trim.
Eines der ersten Schwangerschaftszeichen. Die Brüste schmerzen, schwellen an, die Warzenhöfe werden dunkler. Trag einen stützenden BH ohne Bügel. Bei den meisten Frauen lässt es um SSW 14 nach.
Normal: Empfindlichkeit, Spannungsgefühl, Kribbeln und dunklere Warzenhöfe.
Abklären: eine heiße, gerötete, schmerzende Stelle: im dritten Trimester möglicherweise eine Entzündung, im Wochenbett eine Mastitis.
D
2. Trim.
3. Trim.
Sie treten bei 50–90 % der Frauen auf: rosa, rote oder violette Linien an Bauch, Brüsten, Hüften und Oberschenkeln. Die Veranlagung wiegt schwer. Eincremen lindert den Juckreiz, verhindern lässt sich nichts. Nach der Geburt werden sie silbrig. Siehe Schwangerschaftsstreifen und Juckreiz in der Schwangerschaft.
Normal: sie erscheinen im zweiten oder dritten Trimester und jucken manchmal.
Abklären: starker Juckreiz am ganzen Körper, besonders an Handflächen und Fußsohlen: möglicherweise eine Schwangerschaftscholestase.
H
3. Trim.
Ursache sind das erhöhte Blutvolumen, der Druck der Gebärmutter und Verstopfung. Häufig im dritten Trimester und nach der Geburt. Es helfen Hamamelis-Auflagen, Sitzbäder, Ballaststoffe und in der Schwangerschaft sichere Salben.
Normal: kleine Knoten am After, leichter Juckreiz oder etwas Blut beim Pressen.
Abklären: starke Blutung, heftige Schmerzen (möglicherweise eine thrombosierte Hämorrhoide).
1. Trim.
3. Trim.
Im ersten Trimester durch die hormonellen Veränderungen in der Niere, im dritten, weil die Gebärmutter auf die Blase drückt.
Normal: deutlich häufigere Toilettengänge, darunter 1- bis 3-mal pro Nacht.
Abklären: Brennen, Schmerzen, Blut im Urin, Fieber oder Rückenschmerzen: wahrscheinlich ein Harnwegsinfekt, der früh behandelt gehört.
2. Trim.
3. Trim.
Linea nigra: eine dunkle senkrechte Linie am Bauch. Melasma: dunkle Flecken an Wangen und Stirn, die sogenannte Schwangerschaftsmaske. Beides hellt sich nach der Geburt auf. Sonnenschutz bremst die Verdunkelung.
Normal: mehr Pigmentierung im zweiten und dritten Trimester.
Abklären: neue Muttermale, die schnell Größe oder Farbe ändern.
I
2. Trim.
3. Trim.
Ein starker Schmerz, der vom Gesäß ein Bein hinunterzieht, oft mit Kribbeln oder Taubheit. Ursache ist der Druck der Gebärmutter oder der Beckenbänder auf den Ischiasnerv. Die Mittel dagegen stehen im Ratgeber zu Rückenschmerzen.
Normal: zeitweiser Schmerz, der ins Bein zieht und bei Dehnung und Seitenlage mit Kissen zwischen den Knien nachlässt.
Abklären: deutliche Schwäche im Bein, Verlust der Kontrolle über Blase oder Darm, Schmerz in beiden Beinen: ein Notfall.
K
Alle Trimester
Häufig im ersten Trimester (hormonell) und im dritten (Müdigkeit, zu wenig Trinken, Haltung). Paracetamol ist sicher; Ibuprofen fällt ab SSW 20 weg.
Normal: leichter Spannungskopfschmerz, der auf Wasser, Ruhe und Paracetamol nachlässt.
Abklären: dringend: plötzlicher heftiger Kopfschmerz, Kopfschmerz mit Sehstörungen, Kopfschmerz mit Schwellung von Gesicht oder Händen. Kann eine Präeklampsie sein.
2. Trim.
3. Trim.
Erweiterte Venen an Beinen, Vulva oder After. Ursache sind das höhere Blutvolumen, Progesteron und der Druck der Gebärmutter. Es helfen Kompressionsstrümpfe, Hochlagern und Gehen.
Normal: sichtbare bläuliche Venen und schwere Beine am Abend.
Abklären: gerötete, überwärmte, schmerzende oder harte Venen: möglicherweise eine Thrombophlebitis.
3. Trim.
Häufig im dritten Trimester: Die Gebärmutter drückt das Zwerchfell nach oben. Beim Treppensteigen außer Atem zu kommen, ist normal.
Normal: Atemnot beim Treppensteigen, die sich im aufrechten Sitzen bessert.
Abklären: dringend: plötzliche starke Atemnot, Brustschmerz, Atemnot in Ruhe, Atemnot mit einem geschwollenen Bein. Kann ein Blutgerinnsel sein.
M
1. Trim.
3. Trim.
Eine tiefe Erschöpfung im ersten Trimester (hohes Progesteron, der Körper baut die Plazenta) und noch einmal im dritten (das Gewicht, der unterbrochene Schlaf). Im zweiten bessert es sich meist.
Normal: du brauchst nachmittags ein Nickerchen und gehst früher ins Bett als sonst.
Abklären: extreme Erschöpfung, die sich nicht mit dem Schlaf erklären lässt: möglicherweise Blutarmut, Schilddrüsenunterfunktion oder eine Depression.
2. Trim.
Kurze Stiche im Unterbauch oder in der Leiste, vor allem beim Positionswechsel oder beim Niesen. Ursache ist die Dehnung der Bänder, die die Gebärmutter halten. Der Höhepunkt liegt zwischen SSW 14 und 24.
Normal: kurze, heftige Stiche, die nachlassen, wenn du dich langsam bewegst.
Abklären: starker Dauerschmerz, Schmerz mit Blutung oder mit Fieber.
O
R
3. Trim.
Betrifft im dritten Trimester bis zu 30 %. Ein kribbelndes Gefühl in den Beinen und der Drang, sie zu bewegen, vor allem abends. Oft hängt es mit niedrigem Eisen oder Folat zusammen. Bespreche Präparate mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Normal: Unruhe in den Beinen am Abend, die beim Gehen oder Dehnen nachlässt.
Abklären: eine schwere Form, die den Schlaf unmöglich macht: dann kann Eisen über die Vene nötig sein.
2. Trim.
3. Trim.
Betrifft 50–70 % der Schwangerschaften. Ursachen sind die hormonell gelockerten Bänder, die Gewichtszunahme und der verschobene Schwerpunkt. Siehe unseren kompletten Ratgeber zu Rückenschmerzen.
Normal: dumpfer Schmerz im unteren Rücken, abends schlimmer, der auf Ruhe, Seitenlage mit Kissen zwischen den Knien und sanftes Dehnen nachlässt.
Abklären: starke Schmerzen, regelmäßige Schmerzwellen (kann eine beginnende Geburt sein), Schmerz mit Fieber oder Brennen beim Wasserlassen, Schmerz mit vaginaler Blutung.
S
3. Trim.
Bis zu 80 % der Frauen im dritten Trimester. Ursachen sind Sodbrennen, Toilettengänge, Hüftschmerz, lebhafte Träume, unruhige Beine und der Bauch selbst. Siehe den Ratgeber zur Schlafposition und den kompletten Ratgeber zu Schlafstörungen in der Schwangerschaft.
Normal: 2- bis 4-mal pro Nacht aufwachen und länger zum Einschlafen brauchen.
Abklären: mehrere Nächte hintereinander gar kein Schlaf, schwere Erschöpfung am Tag oder gedrückte Stimmung: kann auf Angst oder Depression hinweisen.
Alle Trimester
Betrifft bis zu 30 % der Schwangerschaften. Die stärkere Durchblutung lässt die Nasenschleimhaut anschwellen. Es helfen Nasenspülungen mit Kochsalz, ein Luftbefeuchter und ein erhöhtes Kopfteil beim Schlafen.
Normal: verstopfte oder laufende Nase ohne weitere Krankheitszeichen.
Abklären: Nasenbluten, das nach 20 Minuten Druck nicht aufhört.
2. Trim.
3. Trim.
Ursachen sind der niedrigere Blutdruck im zweiten Trimester (die Gefäße weiten sich) und im dritten der Druck der Gebärmutter auf die großen Gefäße, vor allem im Stehen oder in Rückenlage.
Normal: ein kurzes Schwindelgefühl beim Aufstehen, das im Sitzen oder in Seitenlage nachlässt, mit regelmäßigem Essen und Trinken.
Abklären: Ohnmacht, Schwindel mit Sehstörungen oder starkem Kopfschmerz, Schwindel mit Herzrasen oder Brustschmerz.
2. Trim.
3. Trim.
Bis zu 80 % der Schwangerschaften. Progesteron entspannt den Verschluss am Mageneingang, und die Gebärmutter erhöht den Druck. Siehe den Ratgeber zu Sodbrennen in der Schwangerschaft.
Normal: Brennen hinter dem Brustbein nach dem Essen oder im Liegen.
Abklären: Schmerz unter den Rippen auf der rechten Seite (nicht in der Mitte), Schmerz mit Sehstörungen oder starkem Kopfschmerz: kann eine Präeklampsie sein.
Alle Trimester
Hormonschwankungen plus Schlafmangel plus eine große Lebensumstellung ergeben eine emotionale Achterbahn. Schnell zu weinen, gereizt zu sein und von Freude in Traurigkeit zu kippen, liegt alles im normalen Bereich.
Normal: Gefühle, die über den Tag wechseln, und eine höhere Empfindsamkeit als sonst.
Abklären: anhaltend gedrückte Stimmung, das Gefühl, keinen Ausweg zu sehen, an nichts mehr Freude zu haben, aufdrängende Gedanken.
2. Trim.
3. Trim.
Schmerz am Schambein, an den Hüften oder den Kreuz-Darmbein-Gelenken, besonders beim Aussteigen aus dem Auto oder beim Umdrehen im Bett. Etwa jede Fünfte ist betroffen. Beckenbodenphysiotherapie und ein Stützgürtel helfen.
Normal: starker Beckenschmerz bei bestimmten Bewegungen, ohne Fieber und ohne Blutung.
Abklären: Schmerz, der das Gehen einschränkt, Fieber, vaginale Blutung zusammen mit dem Beckenschmerz.
U
1. Trim.
2. Trim.
Betrifft bis zu 70 % der Schwangerschaften. Der Höhepunkt liegt zwischen SSW 8 und 10, meist lässt es zwischen SSW 14 und 16 nach. Siehe unsere 15 Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit.
Normal: fast tägliche Übelkeit und gelegentliches Erbrechen, wobei ein Teil von Flüssigkeit und Essen drinbleibt.
Abklären: über 24 Stunden gar keine Flüssigkeit bei dir behalten, Gewichtsverlust, dunkler Urin: kann eine Hyperemesis gravidarum sein.
1. Trim.
3. Trim.
Leichtes Ziehen im ersten Trimester ist meist die sich dehnende Gebärmutter und nicht gefährlich. Im dritten Trimester sind unregelmäßige Krämpfe meist Übungswehen.
Normal: ein leichtes Ziehen, vor allem nach dem Gehen oder nach dem Sex; es lässt bei Ruhe nach.
Abklären: Schmerzen mit Blutung (in jedem Trimester), schmerzhafte regelmäßige Wehen vor SSW 37, starker einseitiger Schmerz.
V
Alle Trimester
Bis zu 40 % der Schwangerschaften. Progesteron verlangsamt den Darm, und im dritten Trimester drückt die Gebärmutter darauf. Eisenpräparate verschlimmern es.
Normal: härterer und seltenerer Stuhl; im Griff mit Ballaststoffen, Wasser, Gehen, Trockenpflaumen und Magnesium.
Abklären: mehr als 5 Tage ohne Stuhlgang, starke Bauchschmerzen, Blut im Stuhl.
W
2. Trim.
3. Trim.
Plötzliche, schmerzhafte Krämpfe in Waden oder Füßen, fast immer nachts. Die Ursache ist nicht abschließend geklärt; Magnesium, Kalzium und ausreichend Trinken helfen. Dehne die Wade vor dem Schlafengehen. Siehe Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft.
Normal: kurze, heftige Krämpfe, die beim Dehnen nachlassen.
Abklären: anhaltender Schmerz in der Wade, Schwellung oder Rötung nur eines Beins: kann eine tiefe Beinvenenthrombose sein.
3. Trim.
Leichte Schwellungen an Füßen, Knöcheln und Händen sind im dritten Trimester normal. Sie gehen über Nacht zurück und werden gegen Abend stärker.
Normal: leichte, allmähliche Schwellung auf beiden Seiten, die sich beim Hochlagern bessert.
Abklären: dringend: plötzliche starke Schwellung von Gesicht, Händen oder Füßen, vor allem mit Kopfschmerz, Sehstörungen oder Schmerz im rechten Oberbauch. Kann eine Präeklampsie sein. Schwillt nur eine Wade an, kann es eine Thrombose sein.
Z
Alle Trimester
Die Schwangerschaftsgingivitis ist häufig: Das Zahnfleisch wird weicher und blutet beim Putzen. Ursache sind Progesteron und das höhere Blutvolumen. Putze mit einer weichen Bürste, nutze Zahnseide und geh zur Kontrolle.
Normal: leichtes Bluten beim Putzen oder bei der Zahnseide.
Abklären: zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt: starke Blutung, schmerzendes oder geschwollenes Zahnfleisch, gelockerte Zähne.
So nutzt du dieses Nachschlagewerk
Die Schwangerschaft macht aus deinem Körper eine Landschaft, die sich täglich verändert. Manche dieser Veränderungen sind bekannt — Übelkeit, Müdigkeit, der Bauch —, aber die meisten Schwangeren erleben Dutzende kleinerer Beschwerden, mit denen sie nicht gerechnet haben und bei denen sie nicht wissen, ob sie sich sorgen sollen. Dieses A–Z ist zum schnellen Nachschlagen gebaut: Such deine Beschwerde, lies die Zeile «Normal» für die Einordnung und prüfe die Zeile «Abklären», die die Zeichen sammelt, bei denen du noch am selben Tag anrufst.
Fast alle Schwangerschaftsbeschwerden fallen in drei Gruppen:
- Hormonell: ausgelöst von Progesteron, Östrogen, hCG und Relaxin. Daher kommen Übelkeit, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Brustspannen, Zahnfleischbluten, verstopfte Nase und die langsamere Verdauung.
- Mechanisch: Die wachsende Gebärmutter drückt oder dehnt das Gewebe ringsum. Daher kommen Rückenschmerzen, Ischias, häufiger Harndrang, Sodbrennen, Kurzatmigkeit und Mutterbandschmerzen.
- Kreislaufbedingt: Das Blutvolumen steigt in der Schwangerschaft um etwa 50 %. Daher kommen Wassereinlagerungen, Krampfadern, Schwindel beim Aufstehen, ein schnellerer Puls und die verstopfte Nase.
Die Beschwerden Trimester für Trimester
Erstes Trimester (SSW 1–13)
Die Hormone bestimmen alles. Übelkeit, Erbrechen, Erschöpfung, spannende Brüste, häufiger Harndrang, Abneigung gegen bestimmte Speisen, Stimmungsschwankungen, leichte Kopfschmerzen und ein aufgeblähter Bauch. Viele Frauen sagen, das erste sei das härteste Trimester — und man sieht ihnen noch nichts an. Das ganze Bild steht im Ratgeber zum ersten Trimester.
Zweites Trimester (SSW 14–27)
Die goldene Phase. Viele Beschwerden des ersten Trimesters lassen nach, dafür kommen andere: Rückenschmerzen, Mutterbandschmerzen, die ersten Kindsbewegungen (zwischen SSW 16 und 22), verstopfte Nase, Zahnfleischbluten, Wadenkrämpfe und leichte Schwellungen. Siehe den Ratgeber zum zweiten Trimester.
Drittes Trimester (SSW 28–40)
Jetzt überwiegen die mechanischen Beschwerden. Sodbrennen, Schlafstörungen, Ischias, Wassereinlagerungen, Kurzatmigkeit, Beckenschmerz, Übungswehen, Krampfadern, unruhige Beine und sehr lebhafte Träume. Siehe den Ratgeber zum dritten Trimester und die Geburtsanzeichen, wenn der Termin näher rückt.
Was immer dringend ist
Manche Zeichen sind unabhängig vom Trimester ein Notfall. Ruf sofort deine Ärztin, deine Hebamme oder die Geburtsklinik an oder fahr in die Notaufnahme, wenn du Folgendes hast:
- Starke vaginale Blutung.
- Heftiger einseitiger Bauchschmerz.
- Plötzlicher starker Kopfschmerz, besonders mit Sehstörungen (verschwommenes Sehen, Flimmern, Lichtblitze).
- Plötzliche starke Schwellung von Gesicht, Händen oder Füßen.
- Flüssigkeitsverlust vor SSW 37.
- Weniger oder keine Kindsbewegungen nach SSW 28 (siehe den Ratgeber zum Zählen der Kindsbewegungen).
- Ausgeprägte Atemnot, besonders mit einem geschwollenen Bein oder Brustschmerz (mögliches Blutgerinnsel).
- Anhaltendes Erbrechen, ohne Flüssigkeit bei dir behalten zu können (Hyperemesis).
- Starker Juckreiz an Handflächen und Fußsohlen, vor allem mit dunklem Urin (mögliche Cholestase).
- Gedanken, dir oder dem Baby etwas anzutun.
Beschwerden festzuhalten macht Muster sichtbar
Viele Schwangerschaftsbeschwerden lassen sich besser aushalten, wenn du ihre Auslöser kennst. Ein Ernährungstagebuch entlarvt die Auslöser von Sodbrennen meist in weniger als einer Woche. Ein täglicher Stimmungseintrag zeigt ein Tief früh genug. Den Schlaf neben den Beschwerden zu notieren, deckt den Zusammenhang zwischen Sodbrennen, nächtlichen Krämpfen und Schlafstörungen auf. In Baby Novum erledigt der tägliche Check-in genau das: Du hältst fest, wie es dir geht, und die App zeigt dir die Muster. Zusammen mit der Entwicklung des Babys Woche für Woche entsteht daraus das komplette Bild eurer Schwangerschaft.
Häufige Fragen zu Schwangerschaftsbeschwerden
Welche Schwangerschaftsbeschwerden sind ein Notfall?
Starke Kopfschmerzen mit Sehstörungen, plötzliche starke Schwellung von Gesicht, Händen oder Füßen, starke vaginale Blutung, heftiger einseitiger Bauchschmerz, Flüssigkeitsverlust vor SSW 37, weniger Kindsbewegungen nach SSW 28, ausgeprägte Atemnot oder Gedanken, dir oder dem Baby etwas anzutun — all das braucht sofort ärztliche Hilfe. Ruf deine Ärztin, deine Hebamme oder die Geburtsklinik an oder fahr in die Notaufnahme.
Sind die meisten Schwangerschaftsbeschwerden harmlos?
Ja. Die allermeisten Beschwerden — Übelkeit, Müdigkeit, Sodbrennen, Wassereinlagerungen, Rückenschmerzen, spannende Brüste, häufiger Harndrang, Stimmungsschwankungen — sind normale körperliche Reaktionen auf die hormonellen und mechanischen Veränderungen. Sie können dir den Alltag schwer machen, gefährlich sind sie nicht. Entscheidend ist, die Zeichen zu kennen, die «das ist normal» von «das gehört heute abgeklärt» trennen.
Ändern sich die Beschwerden je nach Trimester?
Ja. Im ersten Trimester überwiegen Übelkeit, Müdigkeit und spannende Brüste. Das zweite, die goldene Phase, entschärft diese Beschwerden meist, bringt aber Rückenschmerzen, Mutterbandschmerzen und die ersten Kindsbewegungen. Das dritte ergänzt Wassereinlagerungen, Sodbrennen, Schlafstörungen, Ischias und Übungswehen.
Muss ich mir Sorgen machen, wenn die Beschwerden verschwinden?
Wenn Übelkeit oder Brustspannen im ersten Trimester plötzlich aufhören, kann das in seltenen Fällen auf eine Fehlgeburt hinweisen — viel häufiger gewöhnt sich der Körper aber einfach. Die meisten Frauen, bei denen die Beschwerden nachlassen, haben eine völlig normale Schwangerschaft. Wenn du beunruhigt bist, und besonders bei Blutung oder krampfartigen Schmerzen, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Sagen die Beschwerden etwas über das Geschlecht des Babys?
Nein. Die verbreiteten Annahmen — hoher oder tiefer Bauch, starke Übelkeit, Lust auf Süßes oder Salziges, die Herzfrequenz des Babys — haben keine wissenschaftliche Grundlage. Zuverlässig sind nur der Bluttest auf fetale DNA ab SSW 10 und das Organscreening zwischen SSW 18 und 22.
Warum sind meine Beschwerden stärker als die meiner Freundin?
Jede Schwangerschaft ist anders, sogar bei derselben Frau. Hormonspiegel, Lage des Babys, Fitness, Beruf, Unterstützung im Umfeld und Veranlagung beeinflussen, wie sich Beschwerden anfühlen. Vergleich dich nicht: Vertrau deinem Körper und sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn dir etwas seltsam vorkommt.
Darf ich Medikamente gegen Schwangerschaftsbeschwerden nehmen?
Manche ja, manche nicht. Paracetamol ist in der niedrigsten wirksamen Dosis sicher. Antazida mit Kalziumkarbonat und Präparate mit Alginat sind sicher. Ibuprofen fällt ab SSW 20 weg. Frag vor jeder Einnahme in der Apotheke oder in deiner Praxis nach — das gilt auch für Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Mittel.
Schwangerschaftsbeschwerden auf einen Blick
Die Schwangerschaft löst Dutzende Veränderungen im Körper aus, fast alle durch die Hormone, die wachsende Gebärmutter und ein um rund 50 % gestiegenes Blutvolumen. Die allermeisten Beschwerden sind normal und nicht gefährlich, so anstrengend sie auch sein mögen. Die kleine Gruppe, die wirklich dringend ist, lässt sich klar benennen: starke Blutung, heftiger Kopfschmerz mit Sehstörungen, plötzliche starke Schwellung, starker einseitiger Schmerz, Flüssigkeitsverlust vor SSW 37, weniger Kindsbewegungen nach SSW 28, ausgeprägte Atemnot, starker Juckreiz am ganzen Körper, anhaltendes Erbrechen ohne Flüssigkeitsaufnahme und jeder Gedanke, dir etwas anzutun. Für alles andere gilt das Schema dieser Seite: lies, was normal ist, prüfe das Warnzeichen, nutze die praktischen Mittel und sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn etwas plötzlich, heftig oder untypisch ist. Im Zweifel immer anrufen. Geburtskliniken sehen dich lieber einmal ohne Befund, als dass du zu Hause mit etwas wartest, das Hilfe gebraucht hätte.